Im Interview mit ZEIT CAMPUS Online erzähle ich, wie ich gelernt habe, der Angst einen Platz in meinem Leben einzuräumen, um mit ihr umzugehen. Es ist ein tolles Interview geworden, das viele Seiten des Lebens mit Angst beleuchtet und natürlich auch einen Blick auf die momentane Corona-Krise wirft.

Die Angst begleitet Antonia Willes Leben. Sie kam oft dann, wenn sie sie am wenigsten gebrauchen konnte: auf Reisen, in Vorstellungsgesprächen, beim Sport. Jetzt hat die 33-Jährige ein Buch über ihre Angststörung geschrieben: „Angstphase“ (PIPER, 240 Seiten).Im Interview erzählt sie, warum sie der Angst erst einen Platz in ihrem Leben einräumen musste, um zu lernen, mit ihr umzugehen. 

ZEIT Campus ONLINE: In den vergangenen Wochen ist viel darauf hingewiesen worden, dass die Corona-Krise für Angstpatienten eine besondere Herausforderung darstellt. Wie geht es dir damit?

Antonia Wille: Die Corona-Krise löst bei mir keine neuen Ängste aus. Ich persönlich habe keine Angst vor einer Infektion, aber möchte natürlich auch gesund bleiben. Wenn überhaupt hadere ich eher mit der Ausgangsbeschränkung, dem damit einhergehenden vermeintlichen Kontrollverlust und dem Gefühl, eingesperrt zu sein. Ähnlich wie in einer im Tunnel stehenden U-Bahn. Mir geht es aber gerade sehr gut und ich bin eher überrascht, wie entspannt ich angesichts der Situation und der unsicheren Zukunft bin.

ZEIT Campus ONLINE: Katja begleitet dich seit deiner Teenagerzeit. Hat sie sich in deiner Vorstellung verändert? 

Wille: Im Prinzip ist sie immer noch dieselbe: eine knochige, kantige Person, die ich nicht gerne um mich habe. Aber ich erkenne langsam sanfte Züge in ihr und merke: Sie ist nicht da, um mich zu quälen, sie will mir nichts Böses. Sie macht mir auf eine nicht so nette Art und Weise klar, dass ich jetzt auf mich aufpassen muss. Wenn Katja auftaucht, sehe ich das heute eher als Alarmzeichen, nicht mehr als Monster. 

Zum ganzen Interview geht es hier.