Wir als Gesellschaft müssen endlich lernen, offen über unsere mentale Gesundheit zu sprechen. Unser psychische Verfassung ist mindestens genauso wichtig wie unsere physische. In unserer Leistungsgesellschaft wird Stress jedoch bewundert, wer die wenigsten Krankheitstage hat, gilt als Held oder Heldin. Offenbart sich doch jemand, gilt derjenige als schwach, wenig belastbar, ja manchmal sogar als merkwürdig. Ein gebrochenes Bein ist halt immer noch greifbarer, als eine Depression. Auch: wenn beides nicht selten vorkommt.

In den sozialen Medien wie Instagram wird uns oft ein Bild suggeriert, das von Erfolg, schönen Erlebnissen und permanent guter Laune erzählt. Doch das ist ein ebenfalls Irrtum. Wir alle sind Menschen, die nicht 24/7 stark und gut gelaunt sind. Im Leben ereilen uns auch traurige Ereignisse wie der Verlust eines lieben Menschen, Liebeskummer oder die Kündigung des Jobs. Das kann einen traurig machen, manchmal aber auch in Lebenskrisen stürzen. Und das ist okay und menschlich. 

Das Problem ist, dass wir viel zu wenig über unsere mentale Gesundheit reden. Kaum jemand traut sich  offen über psychische Erkrankungen oder Lebenskrisen zu sprechen. Allein in Deutschland erkranken 25 Prozent alles Menschen im Laufe ihres Lebens an einer Angststörung. Weltweit leiden schätzungsweise 350 Millionen Menschen an Depressionen. Doch kennen wir wen? Nur selten. Denn kaum jemand zeigt seine Schwäche offen. Die Angst vor einer Verurteilung ist immer noch groß. Aber erst wenn wir anfangen, im Privaten sowie im Beruf offen über mentale Gesundheit reden, kann sich unsere Gesellschaft verändern.

Beruflich erfolgreich, ein erfülltes Privatleben – und hin und wieder Angst. Gibt es das wirklich? Ohja!

Manchmal braucht es mutige Menschen, die vorangehen und zeigen: Offenheit hilft. Nicht nur mir, sondern vielen anderen Menschen. Und so stehe ich immer öfter für Vorträge zum Thema „Leben mit Angst und Panik“ auf der (digitalen) Bühne.

2020 habe ich für die Mitarbeiter*innen bei Microsoft einen (digitalen) Vortrag zum Thema „Wie wir unsere Ängste zu Freunden machen“ gehalten. Für die Hochschule für Gestaltung in Offenburg habe ich im Rahmen der Mental Health Week über mein Buch und mentale Gesundheit gesprochen.

Vorträge & Lesungen in 2020

  • Juni 2020: „Wie wir unsere Ängste zu Freunden machen“ bei Microsoft, München
  • Juni 2020: „Angstphase“ – eine Lesung im Berg & Mental
  • November 2020: „Angstphase“ – eine Lesung im Berg & Mental
  • Dezember 2020: „Wie lebt man mit einer Angststörung?“ – Vortrag und Q&A an der Hochschule für Gestaltung in Offenburg